Die Vorzüge der fast eisenfreien Bruchhausener Mineralquelle als Heilbrunnen bei Erkrankungen der Nieren und Harnwege, selbst chronischer Art, Steinleiden, Gicht und Stoffwechselstörungen werden gestützt durch die Analyse des chemischen Laboratoriums Fresenius in Wiesbaden aus dem Jahre 1951 und durch ein späteres Fachgutachten des Bäderfachmannes Professor Dr. Zörkendörfer in Bad Salzuflen aus dem Jahre 1953. Die Analyse ergab eine weitgehende Übereinstimmung mit der berühmten Reinhardtsquelle in Bad Wildungen und charakterisierte die Mineralquelle als einen Calcium – Magnesium - Hydrogencarbonat - Säuerling.

Auch Professor Dr. Zörkendörfer kommt in seinem Gutachten zusammenfassend zu dem Ergebnis, "daß die Mineralquelle als ein Heilwasser angesprochen werden muß, das bei verschiedenen Krankheiten, besonders bei Erkrankungen der Harnwege und des Magens gute Erfolge zu zeitigen vermag. Bei Erweiterung auf Badekuren würden auch die Herzleiden mit in das Indikationsgebiet eingeschlossen."

Eine wertvolle Ergänzung bildet die geographische Lage Bruchhausens. Weite Wälder, Wiesen und Felder sowie ein großzügiges Netz befestigter Wanderwege bieten den Erholungsuchenden die nötige Ruhe und Entspannung.

Die Untersuchungsergebnisse lohnten die Bemühungen der damaligen "Brunnenvereinigung", einem Zusammenschluß weitsichtiger Männer, durch die öffentliche Anerkennung der "Gemeinnützigkeit" (Ministerialerlaß aus dem Jahre 1954). Der gleichfalls amtlich geregelte Quellenschutzbezirk für die Mineralquelle sichert die Gemeinde vor eigenmächtigen Eingriffen durch andere Bohrungen und schützt sie vor sonstigen Immissionen.

Die weitere Nutzbarmachung der Mineralquelle erfolgte im Jahre 1956. Die täglich entströmenden Mineralwassermengen, die den Haustrunkverbrauch weit überstiegen, bildeten seit langem ein Sorgenkind eigener Art. Aufgrund der Initiative des Ortsheimatpflegers, Pfarrer Franz Kesting, wurde unter Beteiligung der Gemeinde, des Amtes Beverungen und einer Anzahl weiterer Bürger die "Mineralbrunnen- und Bäder GmbH" gegründet. Diese erwarb in der Nähe der Quelle ein älteres Gebäude mit Garten und errichtete hier eine moderne Abfüll- und Versandeinrichtung, die ihre Tätigkeit bereits am 1. Juni 1957 begann.

Ziel Bruchhausens war seit dieser Zeit die Anerkennung als Heilquellen- und Luftkurort. Mit besonderer Unterstützung des Landkreises Höxter - Kreisstelle für Fremdenverkehr* - und nach umfangreichen Vorarbeiten erfolgte im Frühjahr des Jahres 1968 eine wichtige Vorentscheidung für die Gemeinde. Die Gemeinde Bruchhausen ist nach ihrer Anerkennung als Heilquellen-Kurbetrieb aufgrund der Feststellung des Fachbeirates für Heilbäder in Nordrhein-Westfalen vom Innenminister in den Kreis der Zuschußempfänger einbezogen und in das Verzeichnis der beihilfefähigen Bäder aufgenommen worden. Kuren in Bruchhausen können jetzt auch von den Krankenkassen bezuschußt werden. Darüber hinaus ist in Bruchhausen für die Anerkennung als "Luftkurort" gearbeitet worden. Für diese Anerkennung hat das Wetteramt in Essen über den Landkreis Höxter in zweijährigen Messungen von Luftfeuchtigkeit, Staub, Regen, Wind und Sonne sowie einer einjährigen Aerosol-Staubmessung durch das Wetteramt in Freiburg die Grundlagen für die Anerkennung der Artbezeichnung "Luftkurort" erforscht. Die bereits bekannt gewordenen Zwischenergebnisse sind als gut zu bezeichnen. Weiterhin wird z. Z. die Genehmigung für den Bau einer Trink- und Wandelhalle in den Parkanlagen an der jetzt als "Silberquelle" bezeichneten Mineralquelle angestrebt.

Diese Ausführungen lassen erkennen, welche Bedeutung der Mineralbrunnen für Bruchhausen insbesondere in der Zukunft haben kann, wenn die einmal aufgezeigten Wege zielstrebig weitergegangen werden. Es sei deshalb noch einmal an die Zeit vor etwa 20 Jahren erinnert, als Einwohner aller Schichten das Gelände um den Mineralbrunnen 60 cm tief durcharbeiteten, um ein den Erholungsuchenden entsprechendes Parkgelände zu schaffen; ein Zeichen echten Bürger- und Gemeinschaftssinns. Inzwischen sind diese Parkanlagen erweitert worden. Wasserversorgungs- und Abwasseranlagen wurden verlegt, Straßen und Wege den heutigen Erfordernissen angepaßt.

Eine weitere Aufwärtsentwicklung erhofft sich die Gemeinde Bruchhausen durch die im Jahre 1968 begonnene gemeindliche Neugliederung. Zusammen mit Ottbergen hat sich die Gemeinde Bruchhausen nach eingehenden Beratungen für den Anschluß an die Stadt Höxter entschieden. Der am 8.10.1968 abgeschlossene Gebietsänderungsvertrag beinhaltet u. a. folgende Investitionsgarantien, die Bruchhausens Zukunft als Ortschaft der Großgemeinde "Stadt Höxter" bestimmen sollen:

1. Einnahmen aus der Brunnenanlage (Brunnenpfennig, Erlös aus dem Verkauf von Trinkkarten und aus der Fremdenverkehrsabgabe) sind für Maßnahmen zur Förderung des Fremdenverkehrs in der Ortschaft zu verwenden.

2. Systematische Fortführung des Ausbaus der Innerortstraßen, Wirtschafts- und Wanderwege in einer für einen Kurort angemessenen Weise.

3. Weiterführung der bereits eingeleiteten Maßnahmen zum Bau eines Kurzentrums und Weiterentwicklung des Fremdenverkehrs.

Es bleibt zu hoffen, daß der einmal angelaufene Fremdenverkehr, der sich vor allem auch auf das Vorhandensein der Mineralquelle stützt, zielstrebig weitergeführt werden kann, und daß letztlich der Wunsch Pfarrer Kochs in Erfüllung geht: "Wohlstand, Glück und Zufriedenheit sollen durch die Mineralquelle bei den Dorfbewohnern einkehren."